Schubladen und Auszüge in der Küche richtig planen
Die Ergonomie einer Küche entscheidet sich nicht an der Arbeitsplatte allein, sondern vor allem an den Schubladen und Auszügen. Wer hier die falschen Höhen wählt, zahlt jeden Tag mit Rückenschmerzen und unnötigen Handgriffen. Die Faustregel: Die oberste Schublade sollte auf einer Höhe liegen, die sich ohne Bücken oder Strecken öffnen lässt – idealerweise zwischen 80 und 100 cm über dem Boden. Darunter folgen Auszüge für schwerere Dinge wie Töpfe oder Vorräte, die man seltener braucht. Ganz unten haben sperrige Backbleche oder selten genutzte Geräte ihren Platz. Wichtig ist, dass die Griffposition nicht nur optisch gefällt, sondern auch die natürliche Handhaltung unterstützt.
Beim Greifraum geht es um mehr als nur den Platz zwischen zwei Auszügen. Ein Auszug, der bis zur Wand läuft, lässt sich oft nicht vollständig öffnen, wenn daneben ein Gerät steht. Planen Sie mindestens 30 cm Freiraum vor jeder Schublade, damit die Hand bequem hineinreicht und der Auszug nicht gegen eine Ecke stößt. Besonders bei Ecken und Inseln unterschätzt man den Platzbedarf. Wer hier mit grifflosen Fronten mit Maßen und Materialien planen möchte, muss die Auszugslängen und Öffnungswinkel genau kennen – sonst kollidieren Front und Nachbarschrank. Ein weiterer Punkt: Die Auszüge sollten nicht nur weit genug herauskommen, sondern auch in der Tiefe so bemessen sein, dass man an den hinteren Rand gelangt, ohne den Arm zu verdrehen.
Die Belastbarkeit ist kein nebensächlicher Wert. Ein mit Geschirr beladener Auszug bringt schnell 20 bis 30 kg auf die Waage, ein Topfset sogar mehr. Achten Sie auf die Traglast der Beschläge – nicht nur auf die Angabe des Herstellers, sondern auch auf die Verteilung im Auszug. Schwere Töpfe gehören nach unten, leichte Gewürze nach oben. Wer die Schubladen falsch belädt, riskiert ausgerissene Schrauben oder verbogene Führungsschienen. Ein weiterer Aspekt: Die Auszüge sollten nicht nur die Last tragen, sondern auch im ausgefahrenen Zustand stabil bleiben. Ein billiger Vollauszug, der bei 15 kg durchhängt, macht die beste Planung zunichte.
Am Ende hilft nur eines: die tatsächlichen Maße der eigenen Küche mit den Daten der Beschläge abgleichen. Wer die Höhen, Greifräume und Belastbarkeiten vor der Bestellung prüft, spart sich später teure Nachbesserungen. Eine Küche ist kein Möbelstück, das man einfach hinstellt – sie muss zu den Bewegungen passen, die man täglich ausführt.