Kellerregale richtig planen: Materialwahl bei hoher Luftfeuchtigkeit
Ein Keller, der dauerhaft feucht ist, stellt an Regale ganz andere Anforderungen als ein trockener Abstellraum. Wer hier falsch plant, ärgert sich schon nach wenigen Monaten über Schimmel, Rost oder aufgequollene Böden. Entscheidend ist deshalb nicht der Preis, sondern die Frage, wie das Material auf Feuchtigkeit reagiert – und ob es diese dauerhaft wegsteckt, ohne seine Form zu verlieren.
Am unproblematischsten sind verzinkte Stahlregale, die speziell für feuchte Räume angeboten werden. Der Zinküberzug schützt den Stahl vor Korrosion, solange die Oberfläche nicht beschädigt wird. Kunststoffregale aus PE oder PP sind ebenfalls eine solide Wahl, weil sie kein Wasser aufnehmen und sich einfach abwischen lassen. Wer dagegen zu unbehandeltem Holz oder Spanplatten greift, bekommt schnell Probleme: Beide saugen Feuchtigkeit auf, quellen auf und bieten Schimmel einen idealen Nährboden. Das gilt auch für die Lagerung selbst, denn wie schnell Pappkartons im feuchten Keller durchweichen und ihren Inhalt gefährden, zeigt sich oft erst nach der zweiten feuchten Jahreszeit.
Bei der Planung zählt neben dem Material vor allem der Abstand zum Boden. Regale sollten mindestens zehn Zentimeter über dem Boden stehen, damit Wasser bei einem Wasserschaden oder bei Kondensat nicht direkt in die Füße läuft. Wer auf Nummer sicher gehen will, stellt das Regal auf Kunststofffüße oder eine Betonplatte. Auch die Wandseite ist wichtig: Direkt an der Außenwand bildet sich häufiger Kondenswasser, deshalb gehört dort ein kleiner Spalt von einigen Zentimetern. Verzinkte oder pulverbeschichtete Stahlregale lassen sich zudem leichter reinigen und halten deutlich länger als beschichtete Spanplatten, die an den Schnittkanten aufquellen.
Wer sein Regal selbst baut, sollte Edelstahlschrauben verwenden und auf verdeckte Verbindungen verzichten, in denen sich Wasser sammelt. Eine regelmäßige Kontrolle der Luftfeuchtigkeit mit einem einfachen Hygrometer hilft, Probleme früh zu erkennen. Liegt die Feuchtigkeit dauerhaft über 70 Prozent, reicht die richtige Materialwahl allein nicht aus – dann braucht der Keller eine Lüftung oder einen Luftentfeuchter. Das Regal ist nur so gut wie der Raum, in dem es steht.